Kann es GBS gewesen sein und lässt es sich noch feststellen?

Nacho, Dienstag, 11. September 2018, 19:44 (vor 13 Tagen)

Hallo,

da ich seit Jahren mit diesen Problemen zu kämpfen habe weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Der Beitrag wird etwas länger werden...
Und zwar fing das Ganze vor 5 Jahren an - als ich an chronischen, eitrigen Mandelentzündungen erkrankt bin. Ich habe in der Zeit Unmengen an Antibiotika nehmen müssen und kam monatelang kaum aus dem Bett raus, da kurz nach dem Abheilen immer schon die nächste Mandelentzündung kam. Als ich dann mal wieder mit Fieber und Halsschmerzen im Bett lag, war mir irgendwann so der Rachen zugeschwollen, dass ich den Notarzt rufen musste. Er hatte dann auf Pfeifferisches Drüsenfieber getippt, meinte jedoch ich solle am nächsten Tag unbedingt den Hausarzt/HNO aufsuchen um eine Diagnose zu sichern. Der HNO war jedoch der festen Überzeugung, dass es mal wieder eine eitrige Mandelentzündung sei und schickte mich mit einem neuen Antibiotikum nach Hause.
Nach diesem Vorfall vergingen dann ca. 2 Wochen und ich hatte abends wieder Fieber bekommen. Diesmal jedoch ohne Beschwerden im Rachenbereich. In der Nacht hatte fürchterliche Kopf- und Gelenkschmerzen und als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte ich an beiden Beinen jeweils vom Fuß bis zum Knie ein Kribbeln gespürt. Hinzu kam eine extreme Schwäche am ganzen Körper (am stärksten jedoch in den Beinen) und muskelkaterähnliche Schmerzen. Beim Laufen und insbesondere beim Treppensteigen sind mir vor Schwäche beinahe die Beine weggeknickt und ich konnte kaum eine Tasse in den Händen halten. Einige Zeit später kamen Muskelzuckungen dazu, zunächst in den Beinen und später am ganzen Körper und ein starkes Zittern in beiden Händen. Ich habe dann nochmals einen Arzt aufgesucht, der das Ganze jedoch für einen eher harmlosen Infekt hielt - ich solle mich eine Weile lang ausruhen und es würde mir sicherlich bald besser gehen. Ich habe einige Monate gewartet bevor ich einen Internisten aufgesucht habe, der dann ein großes Blutbild veranlasste. Abgesehen davon, dass ich wohl vor nicht all zu langer Zeit am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt gewesen sein muss, sei an dem Blutbild nichts auffällig gewesen. Und der Tremor an den Händen sei ein essentieller Tremor.
Meine Beschwerden besserten sich jedoch nicht wirklich. Die Schwäche und das Kribbeln in den Beinen ließen nach einigen Monaten wieder nach. Jedoch blieben die Muskelzuckungen und das Händezittern (in der linken Hand) weiterhin bestehen. Die linke Hand fühlt sich um einiges schwächer an als die rechte. Sie zittert außerdem bei zielgerichteten Bewegungen und bei Bewegungen die einen Kraftaufwand erfordern (wenn ich beispielsweise versuche die Zahnpasta aus der Tube zu drücken). Außerdem bekam ich in der Zwischenzeit diffuse Schmerzen in den Muskeln, wie kleine Stromschläge - es zieht ganz kurz und dann ist es wieder weg.
Da mich das alles irgendwann sehr beunruhigt hat, habe ich einen Neurologen aufgesucht. Dieser sagte jedoch nach einem kurzen Check meiner Reflexe, dass ich absolut gesund sei und meine Beschwerden psychosomatischer Natur wären. Ich suchte also einige Monate später einen weiteren Neurologen auf. Er führte immerhin eine komplette neurologische Untersuchung durch (Gleichgewichtssinn, Geruchssinn, Reflexe, Lhermitte-Zeichen, Untersuchung der Augen, Finger-Nase-Versuch etc.). Am Ende sagte er aber auch, dass solche Störungen manchmal vorkommen würden und ich am besten versuchen sollte sie zu ignorieren.
Zu meiner aktuellen Situation: Das Muskelzucken ist (wenn auch viel weniger stark) nach wie vor da. Meistens zuckt es in den Armen und Beinen und die Zuckungen sind auch an der Hautoberfläche eindeutig sichtbar. Meine linke Hand zittert nach wie vor bei zielgerichteten Bewegungen und die Bewegungen der Finger gelingen mir nicht mehr flüssig und sind abgehackt. In den Füßen kriege ich immer mal wieder Kribbel- bzw. Vibrationsempfindungen, die jedoch nach einigen Sekunden/Minuten wieder weggehen. Hinzu kommt dass meine Hände und Füße in letzter Zeit extrem schnell einschlafen. Das bessert sich jedoch sobald ich die Position ändere. Und die kurzen stromschlagähnlichen Schmerzen in den Muskeln sind auch weiterhin da (wenn auch phasenweise).

Meine Frage an euch wäre: hört sich das nach GBS an? Falls ja, ließe sich das nach so einer langen Zeit noch feststellen?
Mich beschäftigt zwar schon seit Jahren ebendiese Frage danach, was es denn sein könnte aber der Grund weshalb ich jetzt noch mal nachfrage ist, dass ich letztens bei meiner Hausärztin gewesen bin und sie mir mitteilte, dass im Dezember wohl eine Erfrischung der Tetanus-Impfung anstehen würde. Da ich ja im Laufe der letzten Jahre genug Zeit hatte, mich über alle möglichen Autoimmunerkrankungen zu informieren und Impfungen dabei nicht gerade eine unbedeutende Rolle spielen, mache ich mir nun Sorgen ob dies nicht ungefährlich wäre.
Würdet ihr mir anraten vorab nochmals einen Neurologen aufzusuchen?

Liebe Grüße,

Nacho

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